Wohin führt unsere Bildung?
Von Sven Herrmann | 17.July 2010
Die Schülerzeitung des Karl-von-Frisch-Gymnasiums “Frischer Höhnig” in Dußlingen lädt alle Interessierten zur Podiumsdiskussion mit dem Thema “Wohin führt unsere Bildung?” ein.
An der sicherlich lebhaft und ebenso kontrovers geführten Diskussion nehmen Mitglieder verschiedener Fraktionen des baden-württembergischen Landtags teil.
Rita Haller-Haid (SPD), Ilka Neuenhaus (Grüne) und Karl-Wilhelm Röhm (CDU) haben ihr Kommen zugesagt. Bereichert wird diese Diskussionsrunde außerdem durch Matthias Fiola, den Vorsitzenden des Landeselternbeirats, sowie Schüler des Karl-von-Frisch-Gymnasiums.
Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 21. 07. 2010 in der Aula des Karl-von-Frisch-Gymnasiums statt. Einlass ist ab 19. 00 Uhr. Die Diskussionsrunde beginnt 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Nach Abschluss der Podiumsdiskussion stellen sich die Gäste den Fragen der Zuhörerschaft.
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SPIEGEL- Schülerzeitungswettbewerb 2009/2010
Von Sven Herrmann | 14.June 2010
Auch beim diesjährigen SPIEGEL- Schülerzeitungswettbewerb (2009/2010) konnte der Frische Höhnig wieder glänzen. 550 Schülerzeitungen sendeten über 1400 Beiträge ein. In der Kategorie Layout erzielte der Frische Höhnig den 10. Platz mit dem Layout der Ausgabe von „Ich und Du“.
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Diskussionsteilnehmer stehen fest
Von Sven Herrmann | 14.June 2010
Vier Diskussionsteilnehmer haben bereits zugesagt:
Ilka Neuenhaus Bündnis 90/ Die Grünen
MdL von Baden- Württemberg
http://www.ilka-neuenhaus.de/
Karl- Wilhelm Röhm CDU
MdL von Baden- Württemberg
http://www.k-w-roehm.cdu-reutlingen.de/
Rita Haller- Haid SPD
MdL von Baden- Württemberg
http://www.haller-haid.de/
Matthias Fiola
Vorsitzender des Landeselternbeirats von Baden- Württemberg
http://www.leb-bw.de/
Des Weiteren suchen wir noch einen Vertreter von Schülerseiten, um so auch unsere Meinung einbringen zu können.
Wir laden Sie und Euch schon heute herzlichst zur Podiumsdiskussion am 21. Juli 2010 am Karl- von- Frisch- Gymnasium ein. Start ist um 19:00 Uhr in der Aula- für Verpflegung ist bestens gesorgt.
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Ausgabe Nummer 8: Jetzt schon wissen, worum es geht!
Von Sven Herrmann | 21.May 2010
Schule und Zukunft
-wird das zentrale Thema der nächsten Ausgabe des Frischen Höhnigs sein. Diese werden wir im Rahmen des zweiten Frischen Höhnig Abends voraussichtlich am 21. Juli 2010 präsentieren. Wir haben heute schon die Zusage von zwei Landtagsabgeordneten und befinden uns momentan in der Auswahl weiterer Diskutanten, die mit uns gemeinsam eine Podiumsdiskussion zum Thema “Schule und Zukunft” führen. Hierzu laden wir schon heute recht herzlich ein! Nähere Informationen folgen in Kürze.
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20 Jahre Mauerfall
Von Sven Herrmann | 22.March 2010
Die DDR. Seit nunmehr zwanzig Jahren gehört sie der Vergangenheit an. Doch noch immer verbinden viele Menschen diesen Begriff mit über vierzig Jahren der Gefangenschaft, der Überwachung und der Bedrohung. Vier Jahre nach dem zweiten Weltkrieg entstand die Deutsche Demokratische Republik auf dem Besatzungsgebiet der ehemaligen Sowjetunion. Innerhalb kurzer Zeit wurde Deutschland in zwei Teile geteilt, in Ost- und Westdeutschland.
Anfangs durfte noch jeder zwischen Ost und West hin- und herreisen, wie er wollte. Doch nach und nach wurden die Möglichkeiten der Ein- und Ausreise enorm eingeschränkt.
Bis schließlich 1961 eine Mauer innerhalb weniger Tage um Westberlin errichtet wurde. Dies hatten schon zuvor gut unterrichtete Kreise, sowie Reporter vermutet. Doch auf die entscheidende Frage, ob eine solche Grenze wirklich geplant sei, antwortete Walter Ulbricht, führender Politiker der DDR, nur wenige Tage zuvor mit der dreistesten Lüge der deutschen Politikgeschichte: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“
Doch es kam noch schlimmer. Ein Jahr später wurden so genannte Todesstreifen entlang der Mauer und der Grenze zwischen Ost- und Westdeutschland errichtet, bei deren Betreten scharf geschossen wurde.
Hunderte Familien wurden auf diesem Weg getrennt und hatten oftmals jahrelang keinen Kontakt mehr zueinander. Zudem wurden die Menschen durch die Staatssicherheit, kurz STASI, kontrolliert, überwacht und ausspioniert. Die DDR sollte frei von jeglichen Staatsfeinden sein.
Irgendwann wollten sich die DDR-Bürger diese Unterdrückung jedoch nicht mehr gefallen lassen. Es gab Proteste und Demonstrationen, wie die Montagsdemonstrationen im Jahre 1989. Jede Woche um 17 Uhr trafen sich tausende Menschen, um unter dem Motto „Wir sind das Volk“ für eine friedliche, demokratische Neuordnung und das Ende der Diktatur zu kämpfen. Was in Leipzig begann, setzte seinen Weg bald auch in anderen Städten wie Dresden, Magdeburg und Halle fort. Die Demonstrationen an sich waren völlig gewaltlos, aber oftmals wurden sie von DDR-Sicherheitskräften gewaltvoll aufgelöst.
Doch am 9.November 1989 nahm die Geschichte der DDR eine unglaubliche Wende: Die Mauer wurde geöffnet!! Aus einem simplen Versprecher des damaligen SED-Mitglieds Schabowski heraus, wurde ein Meilenstein in der deutschen Geschichte gesetzt:
Schabowski musste in Vertretung eine Pressekonferenz geben, war aber über den Sachverhalt anscheinend völlig uninformiert. Eigentlich sollte geregelt werden, wie man die Massenflucht der DDR-Bürger über Ungarn verhindern könnte. Schabowski erklärte den Reportern, dass aus diesem Grund die Grenzübergänge geöffnet werden sollten. Daraufhin fragten die verblüfften Reporter nach, ab wann diese neue Regelung gelte, und Schabowski antwortete, soweit wer wisse, unmittelbar.
Tausende Menschen hörten diese Nachricht im Radio und Fernsehen und eilten fassungslos zu den Grenzen. Die Grenztruppen wussten nicht wie sie auf diese Menschenmassen reagieren sollten und öffneten schließlich die Übergänge. Menschen aus Ost und West lagen sich weinend in den Armen.
Nach und nach wurde die Mauer, die so viele Menschen viele Jahre lang eingesperrt und getrennt hatte, eingerissen. Mit Hämmern und Äxten wurden einzelne Mauerabschnitte bearbeitet.
In dieser Nacht und in den nächsten Tagen war ganz Berlin wie in einem Rauschzustand. Taxis fuhren umsonst, Restaurants und Kneipen hatten rund um die Uhr geöffnet, Menschen übernachteten bei völlig Fremden und es schien, als seien sämtliche Gesetze außer Kraft gesetzt. Außerdem erhielt jeder ostdeutsche Bürger 50 Mark Begrüßungsgeld von der Bundesrepublik Deutschland.
Am 3. Oktober 1990 wurden DDR und BRD endlich wieder vereint und so waren auch offiziell 41 Jahre der Diktatur beendet. Auch das Ausland reagierte positiv und das neu vereinte Deutschland, und es kamen Glückwünsche aus aller Welt. Aber trotz aller Euphorie waren die Probleme noch nicht zu Ende. Eine neue Regierung musste gebildet werden, der Osten benötigte Aufbauhilfe und die Bevölkerung, die so lange getrennt war, musste sich erst wieder annähern.
Mittlerweile jedoch haben sich Ost- und Westdeutsche zu einem schönen deutschen Einheitsbrei entwickelt und leben jetzt schon seit 20 Jahren in ihrem gemeinsamen Land.
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WE have a dream
Von Sven Herrmann | 22.March 2010
Vor 40 Jahren starb der Mann, der leidenschaftlich und konsequent für die Rechte der Schwarzen in Amerika kämpfte. Bis heute ist er nicht vergessen: Dr. Martin Luther King. 1963 hielt er seine weltberühmte Rede ”I have a dream” in Washington D.C.Gleichheit unter allen Menschen, Freiheit und Gerechtigkeit für Schwarz und Weiß. Das waren die Ziele, die er verfolgte. Martin Luther King, ein Mann mit Visionen für die ganze Welt. Ein Schwarzer, der sich die Unterdrückung und Diskriminierung nicht mehr länger gefallen ließ und etwas dagegen unternahm. Er kämpfte für die Hoffnungen von Millionen von Schwarzen in allen Ländern dieser Erde. Er träumte davon, dass irgendwann alle Menschen zusammensitzen können und nicht nach ihrem Aussehen, sondern nach ihrem Charakter beurteilt werden. Martin Luther King zählt in der weltweiten Öffentlichkeit zu den bedeutendsten Vertretern des Kampfes gegen die soziale Unterdrückung. 1964 bekam er den Friedensnobelpreis und zu Recht – er sprach vielen Menschen aus der Seele. Doch für seinen Traum musste er den Tod in Kauf nehmen. Bis zu dreimal täglich wurde er angegriffen und wurde insgesamt über 30 Mal inhaftiert. Viele Jahre überlebte er die zahlreichen Attentate, doch 1968 musste er schließlich aufgeben. Er wurde in Memphis erschossen und musste für seine Visionen, Taten und Träume mit dem Tod bezahlen. Doch sein Traum lebt in vielen Menschen weiter. Sie haben niemals aufgehört daran zu glauben, dass dieser Traum einmal wahr werden könnte. Und es zeigt sich, dass es sich immer lohnt an einen Erfolg zu glauben, auch wenn es manchmal noch so absurd scheint.
Was vor Jahren noch unvorstellbar war, ist nun Realität geworden: Am 20. Januar 2009 tritt Barack Obama sein Amt als erster schwarzer Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika an. Er ist der neue Hoffnungsträger für die afroamerikanische Bevölkerung. Mit seinem Wahlspruch ”Yes we can!” eroberte er die Herzen der Welt, sowohl die der Schwarzen als auch der Weißen. Dem Traum Martin Luther Kings sind wir nun ein Stück näher: Gleichheit für alle Menschen. Barack Obama ist als Symbol dafür an der Macht. “O-ba-ma! O-ba-ma!” Die Halle bebte bei Obamas Rede! Was die beiden afroamerikanischen Politiker gemeinsam verbindet sind Beliebtheit und Anerkennung in der Bevölkerung. „Wenn wir die Freiheit erschallen lassen — wenn wir sie erschallen lassen von jeder Stadt und jedem Weiler, von jedem Staat und jeder Großstadt, dann werden wir den Tag beschleunigen können, an dem alle Kinder Gottes — schwarze und weiße Menschen, Juden und Heiden, Protestanten und Katholiken — sich die Hände reichen und die Worte des alten Negro Spiritual singen können: „Endlich frei! Endlich frei! Großer allmächtiger Gott, wir sind endlich frei!“ So lautet ein Zitat von Martin Luther King. Ist dieser Traum schon Realität geworden? Jeder muss diese Frage für sich selbst beantworten. Doch eines steht fest: Obama hat sich genau diesen Traum zum Vorbild genommen. Auch er kämpft für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung, für gleiche Chancen und gleichen Erfolg. Für eine Nation, die zusammenhält. Doch er hat konkrete Visionen und Vorstellungen, Martin Luther King hatte nur einen Traum. Barack Obama weiß, dass er seine Ziele wirklich erreichen kann. Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt, aber die unglaubliche Sympathie und Lebensfreude des neuen Präsidenten, sein Ehrgeiz und sein Charisma versprechen viel und machen ihn zu einem Hoffnungsträger für die ganze Welt. Hätte Martin Luther King 1963 bei seiner Rede schon gewusst, dass bereits damals ein dreijähriger kleiner Junge in Hawaii seinen Traum fortsetzen würde, hätte er vielleicht den Menschen noch mehr Mut gemacht und ihnen zugesprochen, dass es niemals umsonst ist, für seinen Traum zu kämpfen. Und genau das ist es, was wir nie aus den Augen verlieren sollten – unser Ziel. Egal, in welchem Zusammenhang.
von Myriam und Johanna
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grenzenlos- von Träumen und Perspektiven – Editorial
Von Sven Herrmann | 22.March 2010
Grenze – Innerdeutsche Grenze, Oder-Neiß-Grenze, Politsiche Grenze, Grenze zwischen Kanada und den USA, Grenz-Zoll, Grenzübergang, Grenzwall…
GRENZEN GRENZEN GRENZEN. Wo man hinschaut, überall entdeckt man Grenzen, seien es Grenzen zwischen Ländern, Zäune zwischen Nachbarn, Altersbeschränkungen oder das begrenzte Sehfeld des einzelnen, selbst das Land der unbegrenzten Möglichkeiten setzt irgendwo ein Limit. Alles scheint irgendwo einen Punkt zu haben, den man nicht überschreiten kann, soll oder darf..
Doch nicht nur die Grenzen sollen Thema dieser Ausgabe sein, sondern viel mehr die Grenzenlosigkeit. Wo keine Grenze vorhanden ist, kann man weiter gehen, da ist Platz und Raum, in dem man sich ausbreiten kann, sich und seine Träume. Die Grenzenlosigkeit bietet Platz für alles, das in unsere alltägliche Welt keinen Platz zu haben scheint.
Soviel Freiraum bietet einem dann plötzlich auch ganz neue Perspektiven.
Unsere Redakteure haben sich dieses Jahr auf den Weg gemacht, die Grenzenlosigkeit zu entdecken und herauszufinden, was sie alles bietet.
Wir haben mit ehemaligen Abiturienten gesprochen und uns sagen lassen, wie ihre Perspektiven für die Zeit nach der Schule aussehen.
Wir haben uns gefragt, welche Perspektiven Menschen haben und hatten, die unter schwierigen Bedingungen leben müssen, als wir es tun:
Wie oft müssen die Menschen im ehemaligen Ostdeutschland von einem offenen Land ohne Mauer geträumt haben? Wir haben die Berliner Mauer und die DDR-Zeit neu kennen gelernt und uns damit auseinander gesetzt, welche Träume die „Ossis“ hatten.
Aber Träume hatten nicht nur die Ostdeutschen damals, Träume haben viele Menschen, oder wohl eher alle Menschen. Aber Traum und Realität sind oft zwei verschiedene Dinge. Eine Redakteurin hat recherchiert, wie der ein oder andere seine Träume verwirklicht.
Einer der ganz großen „Traumverwirklicher“ ist Martin Luther King. Spätestens beim Thema „USA“ im Englischunterricht der Mittelstufe, bekommt jeder einmal den bekannten Satz „I have a dream…“ zu hören. Wer nicht aufgepasst hat, kann nun etwas Nachhilfe bekommen. King hatte einen Traum, hat hart für ihn gekämpft und ihn verwirklicht. Heute ist für einige Barack Obama ein neuer Martin Luther King. Welche Träume und Visionen verbinden wir mit ihm?
Außerdem bieten wir euch auch einige Bilder, die euch wahrscheinlich einen neuen Blickwinkel aufzeigen, einen Artikel, der sich mit psychischen und physischen Grenzsituationen befasst, eine Traumreise in ferne Länder und noch vieles mehr…
Nun solltet ihr euch also grenzenlos viel Zeit nehmen, um diese Ausgabe des Frischen Höhnig grenzenlos genießen zu können, vor euch hinzuträumen und dabei neue Perspektiven zu entdecken! Viel Spaß
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grenzenlos?! von Träumen und Perspektiven
Von Sven Herrmann | 8.February 2010
… so lautet das Thema unserer siebten Ausgabe. Sie erscheint morgen, Dienstag 9. Februar 2010 in gewohnter Qualität und zum gewohnten Preis von einem Euro (Lehrer zwei). Also, morgen unbedigt einen Euro mitbringen und am besten der erste sein, der sie in der Hand hält!
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Aus der Redaktion
Von Sven Herrmann | 31.December 2009

Quelle:http://www.sxc.hu/
Wir wünschen allen treuen Lesern einen guten Start ins Jahr 2010 und freuen uns schon jetzt, Euch bald die neue Ausgabe präsentieren zu können!
Das Thema lautet: “Grenzenlos?! -von Träumen und Perspektiven”.
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„Leihst du mir deinen Blick?“
Von Sven Herrmann | 4.November 2009
Buchrezension zum Buch von Valerié Zenatti

Cover
Quelle: http://www.amazon.de/Leihst-mir-deinen-Blick-e-mail-Freundschaft/dp/3791525794
„Ich weiß, dass Jerusalem auf der ganzen Welt bekannt ist, und wenn es tatsächlich Außerirdische geben sollte, dann werden auch sie den Namen schon gehört haben, denn es ist eine Stadt, die immer wieder in die Schlagzeilen gerät.“
Kaum eine Woche vergeht, in der uns die Nachrichten nicht von weiteren Attentaten in
Palästina berichten. Aber wer versteht denn noch, worum es in diesem Nahost-Konflikt überhaupt geht? Niemand kann diesen alten Hass noch nachvollziehen, am wenigsten einige Bewohner des Krisengebiets selbst. So wie Tal, von der das Buch „Leihst du mir deinen Blick?“ handelt.
Das 17 jährige Mädchen Tal lebt mit ihrer Familie im jüdischen Teil Jerusalems. Eines Abends verübt ein Palästinenser in ihrer Nachbarschaft ein Selbstmordattentat, bei dem mehrere Menschen ums Leben kommen. Tal ist durch das Geschehene sehr aufgewühlt und zutiefst schockiert. Sie kann nicht verstehen, warum der Hass zwischen Israel und Palästina kein Ende findet und ihr wird bewusst, dass sie über das Leben der Palästinenser rein gar nichts weiß.
Was, wenn es eines Tages mich trifft? Was, wenn ich diejenige bin, die zur falschen Zeit am falschen Ort ist?
Sie beginnt diese Fragen aufzuschreiben und entwickelt das Bedürfnis, mit einem „von der anderen Seite“ zu reden. Wie leben die da drüben? Was machen sie? Leben sie anders? Und warum hassen sie uns?
Tal will Kontakt zu einem Mädchen in Gaza aufnehmen. Sie schreibt einen Brief, in dem sie all ihre Wünsche, Hoffnungen und Fragen zum Ausdruck bringt. Sie steckt den Brief in eine Flasche und bittet ihren älteren Bruder, der beim Militär und in Gaza stationiert ist, diese dort ins Wasser zu werfen. Ihre Hoffnung: ein gleichaltriges Mädchen aus Gaza wird die Flaschenpost finden und ihr per E-Mail an ein eigens dafür eingerichtetes Postfach antworten.
Nach langem Warten erhält Tal tatsächlich eine Antwort. Aber anders als in ihren naiven, fast romantischen Vorstellungen antwortet ihr „Gazaman“, ein junger zorniger Mann, der sie in seiner ersten Mail nur verspottet.
„Es gibt Menschen, die überall nur das Schlechte sehen, aber du siehst überall die Hoffnung, in einer Flaschenpost, im Fernsehen, vielleicht sogar im Mülleimer.“
Doch Tal lässt nicht locker, beharrt auf ihre Einstellungen und Träume und mit der Zeit öffnet sich der zynische „Gazaman“ und es entwickelt sich eine Art Freundschaft zwischen den beiden.
„Ich habe den Eindruck, dass wir alle in einem Labyrinth gefangen sind, keiner findet mehr heraus, alle sind mit den Nerven am Ende und schlagen um sich, machen alles kaputt, um endlich wieder frei atmen zu können.“
Spannend und einfühlsam bringt dieser Jugendroman dem Leser das Leben und Leiden der einzelnen Bewohner des Krisengebiets näher, die tagtäglich mit diesem undefinierten Hass auf das jeweils andere Volk in Berührung kommen. Trotzdem macht die außergewöhnliche Freundschaft zwischen der gutgläubigen Tal und diesem desillusionierten Mann Hoffnung und sie zeigt, dass Missverständnisse durch Zuhören, Toleranz und Einfühlungsvermögen geklärt werden können.
Die Autorin Valérie Zenatti ist in Israel geboren und aufgewachsen. In ihren Büchern beschreibt und verarbeitet sie zum Teil eigene Erfahrungen, die sie in ihrer Zeit in Israel machte. Ihr Buch „Leihst du mir deinen Blick?“ wurde im Mai 2006 als Jugendbuch des Monats ausgezeichnet und ist für Kinder und Jugendliche ab etwa 12 Jahren sehr lesenswert.
Ich fand das Buch sehr spannend und fesselnd und ich kann jedem empfehlen das Buch zu lesen. Insbesondere für diejenigen, die sich näher mit diesem Thema beschäftigen wollen, ist dieses Buch bestimmt ein guter Einstieg.
von Leonie Schobert
Themen: Aus der Redaktion, Buchbesprechung, Ich und Du, Literatur | Comments Off




